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Heinrich geht Gassi
Warum Heinrich am liebsten mit Opa unterwegs ist

Es war immer das gleiche: Keiner mochte mit Heinrich Gassi gehen. Nein, falsch. Alle liebten Heinrich und alle waren auch gerne mit ihm unterwegs. Aber alles zu seiner Zeit, und die war immer verkehrt, wenn es Heinrich nach draußen drängte.
Dabei hatte der eigentlich immer Lust auf einen Spaziergang oder einen kurzen Bummel. Nur Joggen schätzte er weniger und wenn Papa in Laufklamotten nach ihm rief, zeigte er sich lieber lustlos oder schlafend. Diesen Stress musste er nicht haben. Es war doch kein Vergnügen, an der Leine hinter Herrchen her zu hecheln. Das ‚Joggen‘ funktionierte nämlich nur mit Leine, weil Heinrich einige Male einen anderen Weg gewählt hatte und Papa dann stundenlang nach ihm suchen musste. Das hatte beiden nicht sehr gefallen. Papa nicht und Heinrich erst recht nicht.
Mit Mama war er hingegen gerne unterwegs und auch mit Mara und Max. Am liebsten aber begleitete er Opa. Der besuchte seit einiger Zeit nämlich total gerne den Stadtpark.
Heinrich liebte den Park ebenso wie Opa. Viel gab es dort zu sehen und zu schnuppern. Besonders am Teich bei den Enten und Gänsen konnte sich Heinrich stundenlang aufhalten. Dort war auch immer besonders viel los und die Leute waren auch nett. Besonders die Frau Marga, die mit ihrer Hündin Pippi fast immer dann im Park unterwegs war, wenn Opa und Heinrich dort ihre Runden drehten.
Die Frau Marga liebten sie beide sehr. Heinrich und Opa. Sie hatte so zarte Hände und Heinrich genoss es, von ihr gestreichelt zu werden. Auch Opa schien die nette alte Dame sehr zu mögen. Ganz aufgeregt war er immer, wenn sie sie von Weitem erblickten. Aufgeregt und nervös. Er lachte dann auch viel mehr als sonst, denn eigentlich kannte Heinrich Opa als ernsten Mann. Mit Frau Marga war er anders. Da erinnerte er sich immer wieder schnell daran, dass das Leben mit Lachen heller und freundlicher sein konnte. Das war prima. Heinrich mochte es, wenn die Menschen lachten. Ganz besonders mochte er deshalb die Frau Marga und er freute sich mächtig darauf, mit Opa Gassi zu gehen und sie im Park zu treffen.
Alles könnte so gut sein, wenn da nur nicht die Pippi gewesen wäre. Dieser Winzling von Dackel war einfach nur eine Nervensäge. Eine eifersüchtige Nervensäge. Was machte Pippi für ein Theater, wenn sich Frau Marga zu ihm, Heinrich, herab beugte und ihn streichelte. Herrje! Mit einer schmerzend schrillen Stimme bellte sie den ganzen Park zusammen. Von Opa ließ sie sich gerne streicheln, aber bitte nur sie alleine. Legte er, Heinrich, sich daneben ins Gras, um auch von Opa gestreichelt zu werden, machte sie gleich wieder ein blödes Belltheater, diese Zicke.
Na ja, man konnte halt nicht alles haben. Und für ein tägliches Gassi gehen, das mit der Frau Marga auch noch länger als sonst dauerte, nahm Heinrich sogar Pippi in Kauf. Das würdest du auch tun, oder?

© Elke Bräunling

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